Das neue Gartenjahr beginnt, und eine der wichtigsten Aufgaben für Obstbaumbesitzer:innen steht an: der Winterschnitt. Im Januar, wenn der Apfelbaum in der Winterruhe ist, ist der perfekte Zeitpunkt, ihn richtig zu verschneiden und so für gesunde Entwicklung und eine gute Ernte im Herbst zu sorgen. In diesem Beitrag nehme ich euch mit in meine Überlegungen, was ich beim Schneiden meines Apfelbaums gelernt habe – von den Ratschlägen meiner Großeltern bis hin zu wertvollen Tipps aus Recherchen und Gesprächen mit Gartenfreunden.
Warum der Januar der beste Zeitpunkt ist
Im Januar gibt es scheinbar nicht viel zu tun im Garten, doch ganz stimmt das so nicht, wie du in meinem Blogbeitrag „Gartenaufgaben im Januar – So startest du ins neue Gartenjahr!“ nachlesen kannst. Eine der wichtigen Aufgaben in dieser Zeit ist der Winterschnitt. Der Januar ist ideal, um den Apfelbaum richtig zu verschneiden, denn der Baum befindet sich in der Winterruhe – er wächst nicht aktiv, und seine Energie steckt in den Wurzeln. Der Eingriff belastet ihn daher weniger, und die Wunden heilen gut, sobald das Wachstum im Frühjahr beginnt. (ndr.de)
Ein weiterer Vorteil: Ohne Laub ist die Baumstruktur klar zu erkennen. Das hilft besonders, wenn man wie ich noch lernt, die richtigen Äste zu identifizieren.
💡 Wichtig: Der Winterschnitt sollte nur an frostfreien Tagen durchgeführt werden (über -5 °C). Bei Frost können die Schnittstellen geschädigt werden und der Baum wird anfälliger für Krankheiten. (infranken.de)
Die Vorteile des Winterschnitts:
Durch meine Recherchen und Gespräche mit Gartenfreunden habe ich einige zentrale Vorteile des Apfelbaumschnitts im Winter gesammelt:
- Mehr Licht und Luft: Ein gut gelichteter Baum lässt mehr Sonnenlicht in die Krone. Das verbessert die Fruchtreife und verhindert, dass sich Feuchtigkeit staut – ein Plus für die Gesundheit des Baums. (mein-schoener-garten.de)
- Gesunde Baumstruktur: Indem man tote, kranke oder sich kreuzende Äste entfernt, bleibt der Baum vital und widerstandsfähig gegen Schädlinge. (stihl.at)
- Gezieltes Wachstum: Ein Winterschnitt lenkt die Energie des Baumes. Indem man steil nach oben wachsende Wasserschosse entfernt, konzentriert sich der Baum auf fruchttragende Triebe. (hauenstein-rafz.ch)
So geht´s mit dem richtigen Apfelbaumschnitt:
Als ich das erste Mal einen Apfelbaum schneiden wollte, fühlte ich mich überfordert: Was sollte ich abschneiden? Woran erkenne ich Wasserschosse? Und wie vermeide ich, dem Baum zu schaden? Mit Tipps meiner Großeltern und vielen Recherchen habe ich eine Methode entwickelt, die für mich funktioniert:
- Den richtigen Tag abwarten:
Ich schneide nur, wenn das Wetter frostfrei ist. Der Baum reagiert so weniger empfindlich, und die Schnittstellen verheilen besser. - Werkzeuge vorbereiten:
Saubere, scharfe Gartenscheren und Sägen sind das A und O. Mit stumpfen Werkzeugen entstehen unsaubere Schnitte, die den Baum anfällig machen. - Kranke und tote Äste entfernen:
Alles, was tot oder krank ist, kommt zuerst weg. Ich habe gelernt, dass das die Grundlage für einen gesunden Baum ist. - Wasserschosse entfernen:
Diese steil nach oben wachsenden Triebe „Energiediebe“ schneide ich immer an der Basis ab, um dem Baum Kraft für fruchttragende Äste zu geben. - Lichten der Baumkrone:
Mein Ziel ist eine luftige Krone, in die Licht und Luft gut eindringen können. Dafür entferne ich Äste, die sich kreuzen oder zu dicht wachsen.
💡 Tipp: Lasse dir Zeit und beobachte deinen Baum genau. Jeder Schnitt sollte bewusst gesetzt werden, und es ist völlig in Ordnung, am Anfang weniger zu schneiden, bis du sicherer wirst. (mein-schoener-garten.de)

Was ich von meinen Großeltern gelernt habe
Einer der wichtigsten Tipps meiner Großeltern war: „Hab keine Angst, einen Baum zu schneiden.“ Sie haben mir gezeigt, dass es nicht darum geht, einen Baum perfekt aussehen zu lassen, sondern ihm zu helfen, gesund zu bleiben und seine Kraft auf die richtigen Äste zu lenken. Dieser Gedanke nimmt mir bis heute die Unsicherheit.
Häufige Fehler vermeiden
- Zu viel auf einmal schneiden: Der Baum kann überfordert reagieren, wenn zu viele Äste entfernt werden.
- Bei Frost schneiden: Frost schadet den Schnittstellen und macht den Baum anfälliger.
- Wasserschosse ignorieren: Diese Triebe sind Energiefresser und sollten konsequent entfernt werden.


Fazit: Den Apfelbaum richtig verschneiden im Januar lohnt sich
Der Winterschnitt ist für mich ein essenzieller Bestandteil meiner Gartenroutine. Mit dem richtigen Timing, passenden Werkzeugen und etwas Geduld kannst du deinem Apfelbaum helfen, gesund zu bleiben und im Herbst eine reichhaltige Ernte zu liefern. Probiere es aus – mit jedem Jahr wird der Apfelbaumschnitt einfacher und macht mehr Freude.
Hast du noch Tipps oder möchtest deine Erfahrungen teilen? Ich freue mich auf den Austausch in den Kommentaren!