Titelbild für Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg
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Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg

Nürnberg ist eine Großstadt mit viel Geschichte, welche schon sehr früh von historischen Begebenheiten geprägt wurde. Nach meinen Ausflug nach Rothenburg ob der Tauber, war ich verliebt in Fachwerkhäuser und mittelalterlichen Charme. Mit diesen hohen Ansprüchen, möchte ich euch heute meine Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg vorstellen.

Nürnberg hat dank seiner Größe und Geschichte eine Vielzahl von Attraktionen, doch ich möchte euch heute nicht die typische Auflistung jener geben, vielmehr einen Wegweiser. Startpunkt für eure Tour ist der Plärrer oder der Hauptbahnhof, denn von hier aus erreicht ihr schnell per Straßenbahn das Tiergärtnertor und könnt euch vorher mit Brezeln von Brezen Kolb* versorgen. Brezen Kolb* ist eine Bäckerei Kette, die es ausschließlich in Nürnberg gibt und Brezeln mit Salzpulver und einer Vielzahl von Belägen verkauft.

Stopp 1: Tiergärtnertor

Das Tiergärtnertor ist ein Stadttor der Stadtmauer, welche die Altstadt noch fast vollständig umgibt. Es wird aufs späte 13. Jahrhundert datiert und war das nordwestliche Haupttor Nürnbergs in Richtung Erlangen, Bamberg, Thüringen und Sachsen. Wenn ihr das Tor durchlaufen habt, gelangt ihr auf einen Platz mit einer Vielzahl von Restaurants, Fachwerkhäusern und dem Albrecht Dürer Haus.

Albrecht-Dürer- Haus

Dies ist das ehemalige Wohnhaus Dürers in der Zeit von 1509 bis 1528. Heute findet ihr hier den Museums- und Gedenkort für einen der herausragendsten bildenden Künstler der frühneuzeitlichen Kunstgeschichte.

Pilatushaus

Am anderen Ende des Platzes liegt das Pilatushaus. Es ist eines der wenigen erhaltenen Bürgerhäuser aus der Spätgotik und gehört zu den wichtigsten und hübschesten Baudenkmälern der Nürnberger Altstadt.

Das Pilatushaus im Hintergrund und Restaurants im Vordergrund

Zwischen dem Restaurant „Zum Albrecht Dürer Haus“ und dem Pilatushaus geht ihr nun eine Treppe hinauf Richtung Kaiserburg, dem zweiten Stopp meiner Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg.

Stopp 2: Kaiserburg

Oben angelangt, könnt ihr links direkt in den Burggarten gehen. Die blumenreiche, gepflegte Gartenanlage lädt mit ihrem Duft und der Aussicht auf Nürnberg zum Verweilen ein. Hier haben wir die Sonne und unsere Brezeln genossen und konnten gestärkt auf die Kaiserburg.

Diese Sehenswürdigkeit ist das Wahrzeichen der Stadt und der Ort an dem Nürnbergs Anfänge liegen. Ich selbst habe hier noch keine Führung gemacht, doch auch schon die frei zugänglichen Teile sind einen Besuch wert.

Veranschaulichung von meiner Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg
Blick von der Kaiserburg auf Nürnberg

Von der Kaiserburg geht es jetzt durch die Straßen Am Ölberg und Obere Schmiedgasse und die Bergstraße. In der letzteren liegen ein Lebkuchenladen, eine Hausbrauerei und der Startpunkt für Führungen durch die historischen Felsengänge. Das vernetzte Kellersystem stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist bestimmt auch spannend. Aber ich habe zu viel Platzangst um mich da rein zu wagen.

Am Ende der Burgstraße, vorbei am Albrecht-Dürer-Denkmal, ist es nicht mehr weit bis zum nächsten Stopp unserer Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg.

Stopp 3: Weißgerbergasse

In der Weißgerbergasse haben mehr als 20 mittelalterliche Fachwerkhäuser die Bombenangriffe überstanden und geben einen Einblick, wie Nürnberg vor dem 2. Weltkrieg ausgesehen hat. Zur Stärkung rate ich euch eine Kugel Eis von „Die kleine Eismanufaktur“* und bzw. oder ein Kaffee im modernen Bergbrand Café*.

Veranschaulichung von meiner Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg
Ich, in Mitten der Fachwerkromantik der Weißgerbergasse

Mein Tipp: Hier könnt ihr auch ein Kaffee to-go in einem recycelten wiederverwendbaren Becher nehmen, welcher ebenfalls ein schönes Mitbringsel für Zuhause ist.

Kettensteg

Die Weißgerbergasse endet am Maxplatz, rechter Hand könnt ihr über den Kettensteg die Pegnitz überqueren und nach links am Pegnitzufer bis zur Maxbrücke laufen. Der Kettensteg ist eine Fußgängerbrücke und die älteste erhaltene eiserne Kettenbrücke in Kontinentaleuropa.

Von der Maxbrücke mit Blick auf den Kettensteg
Blick von der Maxbrücke auf den Kettensteg

Stopp 3: Maxbrücke

Die Maxbrücke ist Nürnbergs älteste Steinbrücke. Sie bietet einen tollen Blick auf das Weinstadl mit Henkersteg und den Wasserturm. Der überdachte Steg stammt aus dem Jahr 1457. Der Henkersteg gelangt zu seinem Namen von der Nähe zum Henkerturm, der früheren Wohnung des reichsstädtischen Henkers.

Der Henkersteg über der Pegnitz
Der Henkersteg über der Pegnitz

Habt ihr die Maxbrücke passiert, so gelangt ihr in wenigen Minuten auf den Hauptmarkt.

Stopp 4: Hauptmarkt

Auf dem Hauptmarkt finden schöne Wochenmärkte sowie der berühmte Christkindlmarkt statt. Der zentrale Platz in Nürnbergs Altstadt wurde nach dem zweiten Weltkrieg nur notdürftig wieder aufgebaut, so werdet ihr keine alten Fachwerkhäuser finden, zwei restaurierte Highlights bietet der Hauptmarkt aber doch. Ein Highlight ist die Frauenkirche, welche an der östlichen Seite des Platzes nicht zu übersehen ist. Das andere Highlight ist der schöne Brunnen.

Schöner Brunnen

Direkt vor dem Rathaus befindet sich der Schöne Brunnen. Welcher in strahlenden gold und mit seinen 19 Metern Höhe eine echte Besonderheit darstellt. Er hat die Form einer gotischen Kirchturmspitze und konnte die Bombardierung des zweiten Weltkrieges nur überstehen, weil er in einen Betonmantel gehüllt wurden war. In der Umzäunung des Brunnen verbirgt sich noch ein kleines goldenes extra, nämlich der Messingring. Nach einer Legende soll das Drehen des Rings Glück bringen. Noch einen weiteren Fakt zum schönen Brunnen möchte ich euch nicht vorenthalten: Viele behaupten, dass der Brunnen eigentlich als neue Spitze der Frauenkirche gedacht und dazu lediglich zu schwer war. Dies Stimmt jedoch nicht, denn er wurde direkt als Brunnen geplant und erbaut.

Die Museumsbrücke verbindet den Hauptmarkt und unseren nächsten Stopp der Tagestour mit einander. Doch bietet zusätzlich noch den Blick auf das Heilig-Geist-Spital, welches der größte städtische Versorgungsstandort von Kranken und Alten in der Reichsstadt.

Doro bei unserer Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg, direkt vor dem Heilig-Geist-Spital
Doro bei unserer Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg, direkt vor dem Heilig-Geist-Spital

Stopp 5: Lorenzkirche

Von der Museumsbrücke und durch die Shoppingmeile der Königsstraße gelangt ihr zur Lorenzkirche. Diese gotische Kirche ist ursprünglich aus dem 13 Jahrhundert und wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. Sie erinnert mich äußerlich ein wenig an die Notre Dame in Paris und gefällt mir sehr, doch das Betreten kostet Eintritt und so hab ich das auf meinen nächsten Besuch verschoben.

Lorenzkirche
Ich, vor der Lorenzkirche

Um euch am Ende meiner Tagestour gutversorgt zu wissen, noch diese zwei Hinweise: Zwischen Hauptmarkt und Lorenzplatz gibt es eine Menge von Shoppingmöglichkeiten und für Hungrige gibt es einen weiteren Brezen Kolb, Vapiano, Nürnberger Bratwurst Stände und Restaurants mit fränkischer, bayrischer und allgemein typisch deutscher Kost.

Bei den Recherchen nach meinem Besuch in Nürnberg ist mir aufgefallen, dass es einen kulturhistorischen Stadtrundgang, die Historische Meile Nürnberg, gibt, welche die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten der mittelalterlichen Altstadt von Nürnberg umfasst. Wer also noch nicht genug vom mittelalterliche Nürnberg hat, kann auch nochmal HIER vorbei schauen.

Dies war meine Tagestour durchs mittelalterliche Nürnberg. Natürlich werden noch viele schöne Orte in Nürnberg fehlen, aber alle schafft man ja sowieso nicht an einem Tag.

Welche Orte würdet ihr dennoch noch ergänzen?
Könnt ihr euch vorstellen diese Tour zu gehen?
Und hat euch mein Beitrag gefallen?

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4 Kommentare

    • seva.nagy

      Hey Janina, ja der Weihnachtmarkt ist wirklich toll, aber Nürnberg lohnt sich das ganze Jahr über!
      Liebe Grüße zurück und danke für deinen lieben Kommentar!

  • Johannes

    Hallo, die Stadt Nürnberg ist einfach traumhaft schön! Vor vielen vielen Jahren war ich mit meiner Frau dort und haben dort einen schönen Urlaub verbracht! Das Schlendern durch die Gassen und das zusammen mit dem besonderen Charme machen dieses Fleckchen Erde einfach zu einem Genuss. Wir haben uns vorgenommen, uns diese Stadt in naher Zukunft noch einmal zu besuchen. Seit zwei Jahren verbringen wir unseren Urlaub stets in den Bergen Südtirols (https://www.feldhof.com/), doch zur Abwechslung haben wir wieder Städtereisen geplant.
    Vielleicht sind wir schon bald wieder in Nürnberg.

    Danke für die Eindrücke.

    Johannes

    • seva.nagy

      Hallo Johannes, ich freue mich riesig über solche Kommentare, Dankeschön! Ich bin auch ein riesen Südtirol-Fan und war dort schon zig mal, deshalb kann ich euch da sehr gut verstehen. Hoffentlich verschlägt es euch trotzdem bald mal wieder nach Nürnberg und entdeckt all die mittelalterliche Schätze, die die Stadt zu bieten hat. Liebe Grüße Sylvie 🙂
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